Plauderstunde mit Bernd Schröder

Sportjournalisten des VDS BB beim Frauenfußball-Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam

Bernd Schröder hatte seine schwarze Lederjacke noch nicht einmal abgelegt, da saß er bereits auf einem der Sofas in der Fan-Lounge des 1. FFC Turbine Potsdam im Potsdamer Hauptbahnhof. Der Champions-League-Pokal von 2010 stand vor ihm auf dem Tisch. Der Beamer lief. Zu sehen war die DVD „40 Jahre Turbine Potsdam“. Der Meistertrainer konnte auf die Frage von Moderator Jens Trommer, Sportchef der Märkischen Allgemeinen Zeitung, nicht sagen, wie oft er den Streifen schon gesehen hat. Schröder sagte nur, dass er gern an all die Jahre zurückdenke.

Der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg hatte Mitte Mai zum traditionellen „Jour Fixe“ nach Potsdam eingeladen. 20 Kolleginnen und Kollegen unseres Verbandes aus Berlin und Brandenburg löcherten den 68-Jährigen fast zwei Stunden lang - und bekamen launige Antworten. So verriet Schröder, dass Conny Pohlers und Anja Mittag zu den größten Talenten bei Turbine zählten beziehungsweise zählen. Und: Alex Ferguson, Coach von Manchester United, sei ein Trainer, zu dem Schröder aufblickt.

Ob es beim Champions-League-Finale am 26. Mai in London, das Potsdam gegen Olympique Lyon austrägt, zu einem Treffen der beiden Trainerfüchse kommt, ließ Schröder offen. „Das Finale ist ein weiteres Highlight für den Verein“, so Schröder vor der zweiten Endspielteilnahme in Folge. Unglücklich sei, dass die fünf Potsdamer Nationalspielerinnen seit Wochen bei der Auswahl trainieren. Die Umstellung von der Nationalmannschaft auf die taktische Ausrichtung innerhalb der Mannschaft stelle jedoch kein Problem dar. „Wir haben intelligente Spielerinnen.“

Beim Thema Vereinswechsel Lira Bajramaj lehnte sich der einstige Torwart zurück. „Wäre Lira vor zwei Jahren nicht zu uns gekommen, wäre sie heute nicht das, was sie ist“, so Schröder. „Sie hat hier die besten Bedingungen.“ Dass Potsdam den Poker um die Ausnahmespielerin verloren hat und Bajramaj zum 1. FFC Frankfurt wechselt, störte Schröder nicht mehr. „Wir hätte Lira halten können. Doch dann wäre unser System kaputt gewesen. Fußball ist ein Mannschaftssport. Wir werden auch in Zukunft keine Beträge zahlen, die nicht im Verhältnis stehen.“ Schröder selbst arbeite ehrenamtlich – und das seit 40 Jahren.

Warum Bernd Schröder so lange dem Frauenfußball treu geblieben ist, weiß er manchmal auch nicht. Denn: „Frauen versteht nur der Schöpfer“, so seine Erkenntnis.

Sebastian Morgner, Märkische Allgemeine Zeitung

 

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Bernd Schröder (l.) beantwortet informativ und mit viel Sachverstand die Fragen, die ihm Jens Trommer von der Märkischen Allgemeinen stellte

Mit großem Interesse wurden die mit viel Hintergrund gespickten Informationen von Bernd Schröder verfolgt

 

Unvollständiges Gruppenbild mit Potsdams Trainer Bernd Schröder (hintere Reihe, 3.v.l.) in der Lounge des 1. FC Turbine Potsdam. Vierzehn Verbandsmitglieder stellten sich dem Fotografen

Fotos: Regina Hoffman-Schon (2), Sebastian Morgner