„Ja, wo laufen sie denn?"

Ein Jour Fixe ganz anderer Art beim Besuch der Galopprennbahn Hoppegarten

Nach der Premiere mit dem Blick hinter die Kulissen beim Besuch der Eisbären Berlin im Frühjahr und dem Talk im Vorfeld der Frauenfußball-WM mit Potsdams Erfolgstrainer Bernd Schröder erlebte die Jour-Fixe-Veranstaltungsserie des VDS Berlin-Brandenburg Anfang August einen weiteren Höhepunkt: ein Blick hinter die Kulissen der Galopprennbahn Hoppegarten, vielfach als „schönste Bahn Europas“ bezeichnet.

 

Glänzend vom Vorstandsmitglied Stefan Frase organisiert, fanden sich zu diesem Freitagabend-Renntag vor der Toren Berlins 28 Kolleginnen und Kollegen ein, um auf der Terrasse des Rennklubs die acht Rennen des Tages hautnah mitzuerleben. Darunter waren auch zwei spannende Entscheidungen der Traber, die ihre gewohnte mit Spezialsand belegte Bahn gegen den Rasen tauschten und die Pferde sichtlich Mühe hatten, mit dem ungewohnten Untergrund zurechtzukommen, um nicht aus dem Trab in den Galopp zu verfallen. Natürlich wurde unter den VDS-Kolleginnen und Kollegen auch viel gewettet – doch der Erfolg war eher mäßig.

 

Vor allem aber gab es jede Menge an Informationen aus erster Hand über die seit 1868 existierende Bahn. So führte uns die Amateurreiterin Jana Förster fachkundig durch das weitläufige Gelände. Die 27-jährige Studentin mit bislang erst fünf Siegen im Sattel wusste auf eine jede Frage eine Antwort. Später gesellte sich noch der ehemalige Erfolgstrainer Martin Rölke dazu, der mit Geschichten über die Bahn von einst und jetzt nicht geizte. Schließlich hat diese Galopprennbahn gerade in den vergangenen zwei Jahrzehnten unendlich viele Turbulenzen erlebt, wobei bisweilen sogar das totale Aus drohte.

 

Ein- und Ausblicke über die Hoppegartener Anlage gab schließlich nach dem letzten Rennen in einer mehr als einstündigen Frage-und-Antwort-Runde, als sich bereits die Dunkelheit über die Bahn legte, kein Geringerer als der neue Eigentümer Gerhard Schöningh selbst. Der 49-jährige Krefelder, nach eigenen Worten aus einer traditionsreichen Rennsportfamilie kommend, wich keiner Frage und auch keinem Problem aus und erwies sich als ein munterer Unterhalter. Man könne in Hoppegarten natürlich „Millionen verbuddeln“, meinte er scherzhaft und illustrierte seine ernsthaften Bemühungen, Hoppegarten in Deutschland wieder nach vorn zu bringen. Jedenfalls sei er kein Immobilien-Spekulant. Gegenwärtig läge die Bahn in Deutschland hinter Baden-Baden, Hamburg und Köln an vierter Stelle. Doch man müsse auch geduldig sein; zwei, drei Jahre brauche man bestimmt noch. Aber er sei auch ohne Erwartungsdruck hierher gekommen, „schließlich haben sich auf allen deutschen Bahnen die Besucherzahlen, Wettumsätze und Sponsoren in etwa halbiert“. Das sei im Handumdrehen nicht wettzumachen und bedarf natürlich etlicher Sponsoren. Eines aber machte er vor den Medienvertretern immer wieder deutlich: Die Präsenz der Hoppegartener Bahn brauche die Medien- und TV-Unterstützung innerhalb von Berlin-Brandenburg dringender denn je. „Das müssen wir noch besser hinkriegen“, wandte er sich erwartungsvoll an seine Zuhörer, die nach über fünf Stunden angeregt Hoppegarten verließen. Nun sind wohl die meisten gespannt auf den nächsten Jour Fixe – mit einem weiteren Blick hinter die Kulisse des Berliner Sports.

Jürgen Holz

Fotos: Regina Hoffmann-Schon

 



Der neue Eigentümer der Bahn, Gerhard Schöningh (links), und der 2. Vorsitzende des VDS Berlin-Brandenburg, Jürgen Holz, bei der Begrüßung auf der Klubterrasse. im Hintergrund Anneliese Weidner und Burkhart Pohl mit Frau



Die 27-jährige Amateurreiterin Jana Förster führte uns sach- und fachkundig durch das Areal



Die Kollegenschar auf der Galopprennbahn Hoppegarten.



Beim Fachsimpeln mal nicht übers Geld: Werner Preiss und unser Schatzmeister Lutz Grotehusmann

 



Schnappschuss von der Rennbahn

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